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Am Sonntag, den 13. September ging es nach langer Vorfreude endlich los - früh morgens um 7 Uhr saßen wir im Bus Richtung Polen. Die Fahrt war zwar lang, aber durch das gemeinsame Spielen, Singen und Zeitvertreiben war die Stimmung von Anfang an motiviert. Den ersten Abend verbrachten wir in Breslau/Wroclaw, wo wir uns direkt einen ersten Eindruck von der geschichtsträchtigen Stadt machen konnten.
In den nächsten Tagen durften wir Breslau durch verschiedene Führungen entdecken, besonders sprangen zunächst die vielen (Bronze-)Zwerge ins Auge, die überall in der Stadt verteilt sind.
Mittlerweile gibt es davon angeblich über 1.000 Stück – interessant war es, von ihren Anfängen in der Untergrundbewegung zu erfahren. Auch die historischen Gebäude (Rathaus, Patrizierhäuser; Sw. Elzbiety) und der Rynek/Ring waren beeindruckend. Eine Schifffahrt auf der Oder rundete das Programm, das an vielen Stellen die Verbindung zwischen polnischer Identität und deutscher Vergangenheit deutlich machte, ab. So haben wir eigentlich an jeder Ecke etwas Neues entdecken können.
In unserer Freizeit waren wir meistens gemeinsam in Gruppen unterwegs, am liebsten sind wir zusammen Essen gegangen. Dabei war von polnischem Essen über italienische Küche bis zum Burger alles dabei. Gerade die Abende waren sehr entspannt und haben viel zum Zusammenhalt der Gruppe beigetragen, sodass ein echtes Gemeinschafts-gefühl entstand.
Nach zwei Nächten in Breslau ging es für einen Tagesausflug zur bedeutsamen Gedenk-stätte Auschwitz-Birkenau. Die englische Führung und der Rundgang durch die Baracken, das Krematorium oder die Gefängniszellen waren zutiefst emotional und haben uns mit einem besonders dunklen Kapitel der deutsch-jüdischen, aber auch deutsch-polnischen Geschichte konfrontiert. Für viele von uns war es ein emotionaler und auch belastender Tag. Die Eindrücke des Vernichtungslagers haben uns noch lange beschäftigt.
Danach ging die Reise weiter nach Krakau, wo es wieder einiges zu sehen gab. Besonders die Burg Wawel war sehr beeindruckend, ganz besonders war aber das Zusammenspiel von Tradition und Moderne. Die alte Architektur, die Bürgerhäuser am Rynek Glowny (größter mittelalterlicher Marktplatz Europas), die Marienkirche, die Sukiennice (Tuchhallen), der Rathausturm - alles in Kombination mit einem modernen Stadtleben ergaben einen ganz besonderen Charme.
Ein weiteres Highlight war das Salzbergwerk Wieliczka. Über 100 Meter unter der Erde erwartete uns eine riesige Welt mit langen Minengängen, großen Salzkammern und sogar unterirdischen Kirchen und Restaurants. Der Rundgang war spannend und gleichzeitig ziemlich verrückt, weil man sich kaum vorstellen konnte, wie surreal groß diese Anlage tatsächlich ist. Es war definitiv eines der Erlebnisse, über das wir danach noch viel gesprochen haben.
Am Abend des 17. September um 19.00 Uhr traten wir schließlich die viel zu schnell angerückte Heimfahrt an. Über Nacht ging es zurück nach Deutschland, sodass wir am 18. September, gegen 8.30 Uhr wieder zu Hause auf dem Parkplatz vor dem „Goethe“, ankamen. Im Gepäck waren jede Menge Mitbringsel, aber vor allem viele Erinnerungen an eine ereignisreiche Woche voller gemeinsamer Augenblicke. Die Studienfahrt war für uns alle eine wirklich besondere Erfahrung. Von Breslau über Auschwitz bis nach Krakau war auch die Fahrt jeweils abwechslungsreich und führte durch weite, schöne Landschaften. Wir durften viel über Polen, seine Geschichte und seine Städte lernen, aber vor allem auch als Gruppe viel erleben.
Ein großer Dank geht an die Sanddorf-Stiftung, die die Fahrt mit einem großzügigen finanziellen Zuschuss unterstützt hat. Diese Unterstützung hat uns die Studienfahrt in dieser Form ermöglicht und ist gerade für solche Erfahrungen von Jugendlichen eine wirklich wichtige, nicht selbstverständliche Unterstützung. Ein Dankschön geht auch an die uns begleitenden Lehrer, Herr Dr. Schmidt und Herr Wieber, die die Fahrt mit uns vorbereitet und durchgeführt haben.
Felix Striebich und Paul Susenburger, Goethe-Gymnasium Gaggenau
Studienfahrt Polen – Krakau und Breslau
Am 13.09.2026 nahm eine Schülergruppe der J2 des Gaggenauer Goethe-Gymnasiums - begleitet von ihren Lehrern Herrn Dr. Schmidt und Herrn Wieber – Kurs auf das neue Studienfahrtsziel Polen. Früh morgens ging es mit dem Bus und unserem Busfahrer Michael los Richtung Osten. Nachdem wir ungefähr elf Stunden unterwegs waren, gemeinsam Musik gehört und die Vorfreude gesteigert hatten, kamen wir an unserem Hostel in Breslau an und bezogen unsere Zimmer. Abends durften wir die Stadt erkunden.
Der Montag begann mit einer Stadtführung durch Breslau - die „Stadt der hundert Brücken und Kirchen“. Wir lernten unter anderem die Geschichte der „Breslauer Zwerge“ kennen, die sich als Mini-Statuen in der ganzen Stadt befinden. Um diese Geschichte – die Zwerge stehen für die friedliche Widerstandsbewegung gegen das kommunistische Regime in Polen - zu veranschaulichen, verpasste unsere kundige Stadtführerin Herrn Dr. Schmidt kurzerhand eine orangene Zwergenmütze, weil er zufällig einen Anorak gleicher Farbe trug. Heutzutage dienen die Zwerge eher als Touristenattraktion, mit dem Gedanken, dass sie Glück bringen, wenn man ihre Zipfelmütze berührt. Viele von uns berührten den Zwerg vor der Breslauer Universität und dachten dabei fest an unser bevorstehendes Abitur…. Die Stadtführung ging auch auf berühmte Töchter und Söhne der Stadt ein, so z. B. auf Edith Stein, Dietrich Bonhoeffer und J. v. Eichendorff.
Anschließend machten wir eine Bootstour auf der Oder mit Blick auf die verschiedenen Stadtinseln. Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten wir zur freien Verfügung, um die Stadt weiter zu erkunden. Nicht nur für die anstehende Busfahrt kauften viele von uns Schülerinnen und Schüler in einem Laden namens „Żabka“ ein, eine Supermarktkette, die in ganz Polen ihre Niederlassungen hat.
Dienstag morgens ging es schon früh mit dem Bus weiter Richtung Krakau. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz. Wir besuchten zunächst das Hauptlager und anschließend Auschwitz-Birkenau. Dieser Besuch war sehr aufwühlend und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei uns allen. Aufgrund der persönlichen Erfahrungen und Bilder war der Ausflug sehr emotional für uns alle. Es hat uns deutlich vor Augen geführt, warum sich die Geschichte nicht noch einmal wiederholen darf. Nach dieser berührenden Tour fuhren wir weiter zu unserer zweiten Unterkunft nach Krakau. Dort verbrachten wir den Abend erneut in der Stadt.
Nach einem herrlichen Frühstück im Meininger Hotel, in dem wir untergebracht waren, bekamen wir am Mittwoch eine Führung durch das Viertel Kasimierz, in dem einst viele jüdische Einwohner lebten. Einige Synagogen, z.T. bereits wieder restauriert, geben Zeugnis vom reichen jüdischen Erbe Krakaus. Wir kamen auch an der berühmten Gasse bzw. dem Innenhof vorbei, in dem einige Szenen des Spielfilms „Schindlers Liste“ gedreht worden sind. Herr Dr. Schmidt und Herr Wieber nahmen dies zum Anlass, später noch „Schindlers Fabrik“, in der sich heute ein Museum befindet, zu besuchen.
Gegen Ende der Stadtführung kamen wir in der Innenstadt zur Marienkirche. Nachdem es uns mit Hilfe der Stadtführerin gelungen war, spontan Tickets zu erwerben, konnten wir mitverfolgen, wie sich zur bestimmten Zeit die Altarretabel öffneten und weitere Darstellungen zum Vorschein kamen.
Am Nachmittag war das ehemalige Salzbergwerk Wieliczka angesagt. Nach einer ca. halbstündigen Busfahrt ging es treppab – gut und gerne130 Meter unter die Erde… Dabei hatten wir einen sehr motivierten Guide, der uns eineinhalb Stunden durch die Salzmine führte und uns dabei äußerst kurzweilig (er ließ es sich nicht nehmen, zwischendurch auch Lieder zu singen) die Geschichte des polnischen Salzbergwerkes erklärte. Unseren letzten Abend verbrachten wir in geselliger Runde im Hotel, wo Herr Dr. Schmidt und Herr Wieber die Getränke ausgaben. Dazu spielten wir mehrere Runden Werwolf und Billard.
Mit dem Donnerstag brach schon unser letzter Tag an. Koffer wurden gepackt und die Zimmer verlassen. Wir gingen in Krakau auf das Wawel-Gelände, einen der wichtigsten historischen Orte Polens. Die Legende besagt, dass unter der Burg ein Drache wohnt. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Stadt, bis es um 19 Uhr schon wieder Richtung Heimat ging.
Gegen 8.30 Uhr am Freitagmorgen kamen wir nach einer Nachtfahrt im Bus mehr oder weniger ausgeschlafen am Goethe-Gymnasium an. Wir blicken auf eine schöne Studienfahrt zurück, tolle Erlebnisse mit alten und neuen Freunden und polnischem Vokabular wie „Gość w dom, Bóg w dom“, „Cześć“ und „Dziękuję“!
Jule Wetzel, Rijana Morina, Goethe-Gymnasium Gaggenau
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